Vogelfütterung im Garten Looks


Rund vierzig Jahre ist es her, dass uns Rachel Carson in einem weltweit Aufsehen erregenden Buch einen "Stummen Frühling" prophezeite. Glücklicherweise ist dieses bis heute so nicht geschehen und ich genieße es nach den langen, stummen Wintermonaten, morgens wieder von Rotkehlchen und Amsel geweckt zu werden. Auf der Suche nach der grünen Spur in der ersten, warmen Vorfrühlingssonne lausche ich gerne den geschäftigen Meisen, die unsere vielfältigen Nistkästen gründlich inspizieren, ehe sie sich entscheiden, wer es denn dieses Jahr sein soll.

Als unser Garten vor mehreren Jahren von einem pflegeleichten Naturgarten in einen Wohn- und Landschaftsgarten umgestaltet wurde, fürchtete ich bei den tief greifenden Umbaumaßnahmen um unsere Vogelwelt. Zugegeben, nicht alle kamen wieder, aber andere entdeckten unsere neue Welt als die ihre. Wir haben aber auch eine ganze Menge für die heimischen Vögel getan. Als entscheidend erwiesen sich neben dem grundsätzlich auch vogelfreundlich gestaltetem Garten zahlreiche Nistgelegenheiten, Gartenteich und Futterstellen. Vor allem letztere bereiteten einiges Kopfzerbrechen, denn nicht jeder Platz erwies sich als willkommen. Wir haben experimentiert und genau beobachtet. Auch bringt es jeder Futterplatz mit sich, dass unzählige Körner auf dem Boden liegen bleiben und später keimen, was nicht immer erfreut. Nach zweijährigem Probieren fand sich der optimale Platz, der uns nun im Winter eine gut beobachtbare, vielfältige Vogelschar bringt und wo auflaufende Körner nicht stören.

Als Dank für unser Schaffen einer vogelfreundlichen Umgebung haben wir kein Problem mit tierischen Schädlingen. 77 % der Nahrung unserer Tannenmeisen und Goldhähnchen, 69 % der unseres Gartenrotschwanzes, 60 % der unseres Kleibers sowie der Kohl- und Blaumeisen bestehen aus lästigen, unerwünschten Insekten. Kaum registriere ich Blattläuse in den Rosen, beobachte ich Meisen, die sorgfältig die Sträucher absuchen! Unsere Drosseln versuchen sich sogar an Nacktschnecken, auch wenn sie die klebrigen Dinger etwas unwillig bearbeiten, weil die Schnecken am Schnabel hängen bleiben und erst umständlich abgewischt werden müssen!

Unsere Erfahrung zeigt, dass es sich lohnt etwas für Vögel zu tun. Sie erfreuen nicht nur durch Gesang, sondern sind unsere besten Helfer beim Pflanzenschutz.

von Dr.Christiane Looks, Ahausen-Eversen